Kunst kommt von Können

 

Kochkunst, Sprachkunst, Kunstblume – die Bezeichnung Kunst ist vielfältig und bezieht sich nicht nur auf Kunstwerke. Kunst bezeichnet zunächst eine Fertigkeit, Kunst stammt vom Verb „können“ ab. Die Redewendung „Kunst kommt vom Können“ ist also etymologisch, dem Wortursprung nach, richtig. Da bis ins 18. Jahrhundert Kunst als Synonym für die Ausübung eines Handwerks galt, hat sich dieser Gebrauch in Worten wie Flechtkunst oder Töpferkunst erhalten. Seit Leibniz kennt man die Bezeichnung wissenschaftlicher Disziplinen etwa als Sprachkunst (Grammatica) oder Redekunst (Rhetorica). Mit der Unterscheidung der Kunst von der Wissenschaft und nicht zuletzt durch die Aufklärung und ihrem Naturbegriff wird Kunst als Gegensatz zu Natur verstanden, als künstlich statt natürlich. Noch heute verwendet man das Präfix Kunst- für „nicht natürlich“ etwa in den Bezeichnungen Kunstpelz, Kunststoff oder Kunstblume.

Ebenso vielfältig wie die Bedeutungen des Wortes Kunst sind die Kunstrichtungen. Expressionistische Kunst und Konkrete Kunst sind nur zwei davon. Konkrete Kunst beruht im Idealfall auf mathematisch-geometrischen Grundlagen. Sie materialisiert Geistiges, besitzt keinerlei symbolische Bedeutung und wird mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt. Bei der Expressionistischen Kunst zeichnet sich dadurch aus, dass der Künstler versucht, sein persönliches Erlebnis für den Betrachter darzustellen, statt den Fokus auf eine wirklichkeitsgetreue Darstellung zu legen. Der Umgang mit Farbe und Form ist frei.

Kunst wird immer wieder zu politischen Zwecken genutzt. Die Nationalsozialisten etwa diffamierten Moderne Kunst als entartet. Als „Entartete Kunst“ galten im NS-Regime alle Kunstwerke und kulturellen Strömungen, die mit dem Kunstverständnis und dem Schönheitsideal der Nationalsozialisten nicht in Einklang zu bringen waren – wie Werke von Kommunisten, Juden, Expressionisten, Dadaisten oder Surrealisten. Die Nationalsozialisten belegten die Künstler mit Mal- und Berufsverboten, verfolgten sie und konfiszierten, verbrannten oder verkauften die Kunst. Doch nicht alle Werke der „Entarteten Kunst“ sind verloren. Im November 2010 entdeckten Bauarbeiter bei Grabungen vor dem Roten Rathaus in Berlin den metallenen Kopf einer Büste, vollständig von Mörtel bedeckt. Zehn weitere Skulpturen, zumindest Bruchstücke davon, folgten. Die Skulpturen sind Werke von Künstlern des 20. Jahrhunderts, die die Nationalsozialisten 1937 in den Museen des Reichs als "Entartete Kunst" beschlagnahmten und in Depots eingelagerten.

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